Otto Kubak

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1900    † 1943

 

Lebenslauf

Otto Kubak wurde am 26.6.1900 in Znaim geboren. Ab 1923 war er Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich. Von 1928 bis 1933 gehörte er dem Republikanischen Schutzbund an. Er arbeitete als Eisenbahner. Otto Kubak war verheiratet.

Widerstand, Todesurteil, Hinrichtung

Otto Kubak war als Leiter des Unterbezirkes "Unterer Prater" der KPÖ tätig.

Bereits bald nach dem Anschluß hatte sich in Wien II eine auch Kaisermühlen umfassende Bezirksleitung der illegalen KPÖ konstituiert. Geführt wurde diese vom Schneidergehilfen Robert Kurz. Der 2. Bezirk war 1939/40 organisationsintern mit den Bezirken I und XX zum Kreis II zusammengefasst. In den letzten Monaten seines politischen Wirkens, d. h. im Winter/Frühjahr 1940, zählte auch Otto Kubak auf Bezirksebene zu Kurz´ wichtigsten Mitarbeitern. Er war damals als bei der Reichsbahn beschäftigter Platzmeister beruflich tätig, und kannte Kurz bereits seit dem Jahr 1930. Zu dem Kreis zählte auch der Zahnarzt Dr. Walter Suess, nach der rassistischen NS-Diktion ein „Mischling I. Grades“, Erwin Kritek, ein Bäckergehilfe; sowie Ludwig Nemeth, zuletzt Geschäftsdiener, der aufgrund seiner Ehe mit einer Jüdin Anfang 1939 aus dem Postdienst ausscheiden musste.

Robert Kurz agierte bis zu seiner Festname unter dem Decknamen “Burli”. Die Gruppe wurde von zwei Spitzeln (Pachhammer und Pamperl) unterwandert. Das hatte die Verhaftung von Robert Kurz bereits am 15.5.1940 zur Folge. Zwischen 5. und 7. April 1941 verhaftete die Gestapo Walter Suess, dessen unbeteiligte Ehefrau, Karl Ficker und zehn weitere Personen, die vom „Litapparat“ bzw. den V-Leuten mit illegalem Material versorgt worden waren.

Otto Kubak ging seinen Verfolgern am 19.6.1941 ins Netz. Darüber hinaus folgten im Mai und Juni 1941 die Verhaftungen von Erwin Kritek, Leopold Reichel, Martha Mach und etlichen andere Mitarbeitern der Bezirksleitung bzw. dezentraler Literaturvertriebsstellen. Otto Kubak wurde am 4.11.1942 gemeinsam mit Robert Kurz und Dr. Walter Suess zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung von Otto Kubak erfolgte am 28.1.1943 im Landesgericht I in Wien, am selben Tag widerfuhr Robert Kurz und Dr. Walter Suess das selbe grauenhafte Schicksal.

Aus dem Urteil

“(…) war Kubak ab Sommer 1939 Leiter des Unterbezirks “Unterer Prater” der illegalen KPÖ. Er stand als solcher insbesondere mit dem Angeklagten Kurz in Verbindung, von dem er Instruktionen über die politische Lage zur Weitergabe an die Mitglieder seines Unterbezirks erhielt. Es waren dies etwa 12 bis 15 Personen, mit denen er auf der Straße Treffs hatte und denen er während eines Spaziergangs in Gruppen von drei bis vier Mann die Mitteilungen des Kurz wiederholte. Überdies teilte er ihnen auch den Inhalt von drei Flugschriften mit, die er von Süß zum Lesen erhalten hatte.”

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • doew.at: HANS SCHAFRANEK, DREI GESTAPO-SPITZEL UND EIN EIFRIGER KRIMINALBEAMTER
  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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